EAC Zertifikat

Das EAC Zertifikat (Konformitätszertifikat der Eurasischen Wirtschaftsunion) ist das zentrale Dokument für den Marktzugang in Russland, Belarus, Kasachstan, Armenien und Kirgisistan. Im Rahmen der technischen Reformen wurden die alten nationalen GOST-Standards durch die einheitlichen Technischen Reglements (TR ZU / TR EAWU) ersetzt. Während das EAC Zertifikat für sicherheitskritische Produkte zwingend erforderlich ist, dient es gleichzeitig als Garant für den freien Warenverkehr innerhalb des gesamten EAWU-Wirtschaftsraums.

Der wichtigste Unterschied liegt im Grad der Verantwortlichkeit und dem Prüfverfahren:
- EAC Zertifikat: Wird von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ausgestellt. Die Stelle trägt gemeinsam mit dem Antragsteller die Verantwortung für die Konformität. Dies ist für Produkte wie Kinderspielzeug, Haushaltsgeräte oder Schutzausrüstung (ATEX) obligatorisch.
- EAC Deklaration: Hier erklärt der Hersteller/Importeur die Konformität in Eigenregie, basierend auf Laborberichten. Die Verantwortung liegt primär beim Antragsteller.
- Einheitliches Register: Beide Dokumente müssen im offiziellen elektronischen Register der Rosakkreditierung eingetragen werden, um rechtsgültig zu sein.
Ein entscheidender Punkt für ausländische Exporteure: Ein ausländisches Unternehmen ohne Sitz in der EAWU kann kein EAC Zertifikat selbst beantragen.
- Antragsteller-Pflicht: Der Antragsteller muss eine juristische Person mit Sitz im Hoheitsgebiet der Zollunion sein (Importeur, Tochtergesellschaft oder ein spezialisierter Repräsentant).
- Haftung: Diese “Bevollmächtigte Person” übernimmt die rechtliche Verantwortung für die Produktsicherheit gegenüber den lokalen Marktüberwachungsbehörden.
- Vertragliche Basis: Zwischen dem Hersteller und dem Antragsteller muss ein offizieller Vertrag über die Wahrnehmung der Funktionen des ausländischen Herstellers bestehen.
Der Prozess für ein Zertifikat ist im Vergleich zur Deklaration aufwendiger und umfasst in der Regel:
- Analyse der Unterlagen: Prüfung der technischen Dokumentation und der Zolltarifnummern (HS-Codes).
- Probenahme & Laborprüfung: Muster des Produkts werden in einem akkreditierten Prüflabor in der EAWU auf Herz und Nieren geprüft.
- Produktionsaudit: Bei Zertifikaten für die Serienproduktion (Gültigkeit 1 bis 5 Jahre) ist eine Inspektion der Fertigungsstätte vor Ort oder per Video-Audit durch Experten der Zertifizierungsstelle zwingend.
- Überwachungsaudit: Einmal jährlich findet eine Kontrolle statt, um sicherzustellen, dass die Produktionsstandards beibehalten werden.
Für eine erfolgreiche Zertifizierung müssen folgende Dokumente in russischer Sprache (oder der Landessprache des EAWU-Staates) vorliegen:
- Technischer Pass & Bedienungsanleitung: Detaillierte Beschreibungen inklusive Sicherheitskennwerten.
- Sicherheitsbetrachtung (Safety Justification): Besonders für Maschinen und Anlagen gemäß TR ZU 010/2011.
- EAC-Kennzeichnung: Nach Erhalt des Zertifikats muss das Produkt mit dem EAC-Logo gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung muss deutlich, lesbar und dauerhaft sein.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur EAC Zertifizierung
Nein. Das CE-Zeichen hat in der EAWU keine rechtliche Bedeutung. Alle Produkte müssen gemäß den spezifischen Technischen Reglements der Zollunion (TR ZU) zertifiziert werden.
Ein Zertifikat kann für eine Einzellieferung (Charge) oder für die Serienproduktion mit einer Laufzeit von 1 bis 5 Jahren ausgestellt werden.
Chestny Znak ist ein digitales Rückverfolgbarkeitssystem (DataMatrix-Code). Es ist eine zusätzliche Anforderung zur EAC-Zertifizierung für bestimmte Warengruppen wie Schuhe, Textilien und Parfüm, um Fälschungen zu bekämpfen.
Die TechSert Group unterstützt Unternehmen in über 70 Ländern bei der Erstellung technischer Dossiers und der Abwicklung von EAC-Verfahren. Mit unserer hauseigenen Zertifizierungsstelle garantieren wir höchste Präzision und Rechtssicherheit.
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